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Senegalaufenthalt vom 5. bis 27. Jan. 2016

BrunnenleitungDer Schwerpunkt der Reise war natürlich den Vorbereitungen und teilweise Arbeitsvergaben und dem Baubeginn unseres „Wasserprojekt Pallo“ für 8 Dörfer gewidmet. 

 

Teilnehmer:
Franz Bickel, Ansgar Wübbels, Lothar Terting, Bianca Terting, Denlöffel Reinhard, Denlöffel Hermine, Holger Wilke

Der Anflug in den Senegal wurde über Marokko von schweren Turbulenzen begleitet und ließ uns auch einen turbulenten Aufenthalt erahnen. Der Schwerpunkt der Reise war natürlich den Vorbereitungen und teilweise Arbeitsvergaben und dem Baubeginn unseres „Wasserprojekt Pallo“ für 8 Dörfer gewidmet.
Einige Sonderwünsche von Abbé Raphael müssen wohl, in Anbetracht unseren vor uns liegenden Aufgaben verschoben oder unerfüllt bleiben.
Wie immer wurden wir in unserem „1 Sternehotel“ in Thiés von unserem „Abdourahim“ und den „Hausgeistern“ fröhlich empfangen. Nachdem wir gleich den „Obazda“ - Käse überreichten, war die Freude riesengroß. Ein Streit darum konnte gerade noch von uns verhindert werden ! Dem ganzen Team um „Khady“ für die hervorragende Verpflegung ein „Grand Merci“ -- Unsere Khady wurde am 26. Jan. erfolgreich in Dakar am Halse operiert. – Weiterhin gute Besserung!
3 Wochen täglich Wasser aus dem Hahn war ein Luxus, welcher für mehrmalige frühere Mitreisende schon fast unanständig waren. Auch kurzfristige Stromausfälle hielten sich in Grenzen. Aber die Temperaturen waren für die Jahreszeit unüblich hoch. An die 40 ° C ließen uns ganz schön schwitzen. Einer Mitreisenden war die Temperatur so unerträglich hoch, dass sie gleich ihre mitgebrachte Handtasche in den Kühlschrank legen mußte ! – Ein anderer Reiseteilnehmer hatte sogar Bedenken, daß es zu wenig zu Essen gibt und hat sich einen Pack Erdnüsse von zu Hause mit in den Senegal gebracht. Sein Kommentar: Man weiß ja nie !

°°° Haus in Thiés: Ist derzeit in relativ gutem Zustand. Jedoch die Undichte auf dem Dach und der große Wasserfleck an der Decke im Büro-und Aufenthaltsraum ist größer geworden. Einer der beiden Speicher auf dem Dach ist undicht und diese werden durch einen neuen 2 m3 Speicher ersetzt. Hier ist uns die Fa. „ Daff“ welche die Grabearbeiten in Pallo ausführt, sehr entgegen gekommen und berechnet nur den Speicher. Dadurch wird als Nebeneffekt ein höherer Wasserdruck in den unteren Räumen erreicht. - Was für ein Luxus !
Eine komplette Flachdachisolierung wird in den nächsten Jahren auch fällig werden. An mehreren Stellen ergaben zeigten sich bereits Undichtigkeiten.

°°° Pallo : Von der Dorbevölkerung wurde das ehem. Gartengrundstück, sowie das Gelände wo der Wasserturm und die gesamte Technik zu stehen kommt brandgerodet und ist jetzt übersichtlich, nachdem im Nov. 2015 noch meterhohes Gras stand. Dadurch konnte eine genaue Bestandsaufnahme aufgenommen werden. – Die Fa. „Daff + Cie“ welche das günstigste Angebot für die Grabearbeiten für die 8 Dörfer auf einer Gesamtlänge von 7,5 – 8 km abgab, erhielt durch Nachverhandlungen den Auftrag. Es wurde ein zeitliches Limit zur Fertigstellung bis April vereinbart. Wie sich aber herausstellte, war dies nicht nötig, denn die Fa. „Daff“ stellte gleich 60 Mann zum Graben bereit und bei unserer Abreise am 27. Jan. waren bereits ca. 1.5 km Grabearbeiten fertiggestellt. Auch Dorfbewohner von Pallo beteiligen sich an den Arbeiten, die Frauen versorgen die Arbeiter mit Verpflegung und Tee. Weil viele von ihnen aus entlegenen Dörfern kommen, teilen die Bewohner von Pallo auch ihre Nachtlager. Es ist eine wahre Freude zu erleben, wie alle an „Ihrem Projekt“ mitarbeiten.

Am 18. Jan. wurde vom Bischof „André Gueye“ und vom großen „Marabou“ welcher im Ortsteil „Croisement“ wohnt, eine gemeinsame Segnung für das beginnende Projekt in Anwesenheit der Dorfbewohner und Ortsteilabgeordneten zelebriert. Sogar die Schüler von Pallo durften teilnehmen. Gleich danach begannen die Frauen aus Freude zu tanzen. Sogar Mitglieder unsere „Crew“ hat es nicht mehr gehalten und sie waren mitten drin im fröhlichern Reigen.
Das Gebäude vom Dieselaggregat, welches später nur noch als Notstromstation dient und das Nebengebäude für Werkzeuge und Lagerraum können saniert werden und bekommen ein neues Dach und ein neues Kleid.
Der Wasserturm wurde auf Anraten von „Moundor“ von 150 m3 auf 100 m3 reduziert, was ausreicht, um die gewünschte Wassermenge zu fördern. Der bestehende kleine Wasserturm mit 20 m3 bleibt erhalten, um später für die Gartenanlage zur Verfügung zu stehen. Derzeit laufen noch die Verhandlungen über die Vergabe der Arbeiten für den Wasserturm, was aber in den nächsten Tagen entschieden werden soll.
Zur Erläuterung: Moundor ist mittlerweile der „Hydraulikchef“ vom ganzen Senegal, ( früher Chef der Region Thiés) wohnt aber in Thies, war langjähriger Berater unserer Projekte und wird auch für uns das Projekt Pallo bis zur Fertigstellung beraten und begleiten. Er ist absolut fachkundig und zuverlässig. Mit ihm wurden bereits mehrere Ortstermine mit Verantwortlichen aus Pallo abgehalten. 

Die Angebote für den Bereich Photovoltaik zum Betrieb der Solarpumpen sind etwas komplizierter und werden derzeit noch geprüft und ausgewertet. Wichtig ist aber auch, dass bei evt. Störungen schnell ein Fachmann vor Ort ist, um einen evt. Defekt schnell zu beheben. Wenn alles wie geplant verläuft, müsste es möglich sein, zum Ende des Jahres bereits Wasser in die Dörfer liefern zu können. Die Leute in Pallo warten seit 2009 sehnsüchtig auf uns, weil die damalige Anlage nicht mehr zu reparieren war. Die Gartenanlage soll 2017 angelegt werden und dort haben dann ca. 20 Gärtner Arbeit und Brot. Auch in der Hoffnung, dass die Jugendlichen, die bereits das Dorf wegen Perspektivlosigkeit verlassen haben, wieder zurückkommen. Die zukünftigen Gärtner aus dem Dorf erhalten eine spezielle Schulung für den Betrieb der Gartenanlage, um eine Nachhaltigkeit auf Dauer zu gewährleisten. Geplant ist eine wassersparende Tropfbewässerung, welche ca. 80 % an Wasser einspart und nichts verdunsten kann, weil das Wasser direkt in die Erde dringt und eine hohe Verdunstung ausschließt.

°°° Schulen Pout und Gueye – Gueye
Für beide Schulen, welche heuer noch gebaut werden sollen, sind die notwendigen Vorinformationen für den Antrag fürs BMZ vorhanden und die vom BMZ geforderte finanziellen Eigenbeteiligungen sind erbracht. Einem Antrag an Bengo zur Genehmigung ans BMZ steht daher nichts mehr im Wege. Unsere Schulreferentin Heike Messenzehl wird sich freuen.

°°° Krankenstation Thiabene
An der Straße von Thiés nach Khombole liegt eine sehr stark frequentierte Krankenstation mit ca. 10 Angestellten. Der ca. 3 km. entfernte „Wasserturm“ hat eine sehr hohe Ausfallquote und eine unzureichende Wasserleistung zur Lieferung an verschiedene Dörfer mit ca. 25.000 Einwohnern. Deshalb manchmal einfach der Haupthahn am Wasserturm zugedreht. Die Station muß dann im Bedarfsfall Wasser aus umliegenden Häusern erbetteln, um notwendige Versorgungen ausführen zu können. Es ist auch eine Entbindungsstation angeschlossen. „Die sollte ja auch dringend mit Wasser versorgt werden können“ Viele Dorfbewohner aus benachbarten Dörfern suchen hier ärztliche Hilfe. Geleitet wird die Station von einem sympathischen „Chefarzt“ und einer „Schwester“.'
Gewünscht wäre ein traditioneller Brunnen mit einer Tiefe von ca. 15 – 20 Meter und soll mittels einer „Solaranlage mit Solarpumpe“ das Wasser auf einen ca. 2 m3 großen Behälter auf dem Dach gefördert und ans Hauswassernetz eingespeist werden. Somit könnte die Krankenstation autark versorgt werden.

°°° Mont – Rolland Trocknungsanlage
Bei einem spontanen Besuch arbeiteten gerade 5 Frauen an der Anlage. Das Obst wird in einem separaten Raum von den Frauen mit Mundschutz vorbereitet, klein gerieben, bzw. geschnitten, auf Siebe gelegt und in den Ofen zum trocknen gebracht. Nach einigen Stunden wird die getrocknete Ware entnommen, abgepackt und ent - weder zum Eigenverbrauch oder auf den Markt zum Verkauf angeboten. Mit dem Erlös werden Investitionen getätigt und junge Mütter unterstützt, welche in ihren Familien verstoßen wurden oder keine Bleibe mehr haben. Eine angrenzende Hühnerzucht dient ebenfalls dem Erwerb für weitere Initiativen.

°°° Marcel Tavarese -- einem ca. 25 jährigen Senegalesen wurde vom Verein vor 3 Jahren ein Startdarlehen zur Gründung einer Schlosserei von 2000 € gewährt, welche er in Kürze wieder zurückbezahlt wird. Auch diesen besuchten wir spontan und fanden ihn mitten in der Arbeit. Seine Werkstatt ist mittlerweile schon zu klein geworden. – Auch das ist echte Hilfe zur Selbsthilfe !

°°° Neues Fahrzeug
Noch einmal durften wir unseren alten, in die Tage gekommenen Mitsubishi genießen. Auch wenn er uns in den letzten Jahren immer öfter seine Dienste verweigerte und teure Reparaturen verursachte, haben wir ihn trotzdem geliebt. Die Ladefläche, oftmals voll mit Dorfbewohnern, die wir zurück in ihre Dörfer brachten. Das neue Fahrzeug ist wiederum ein Mitsubishi 2,5 Pajero – Diesel. Das Fahrzeug ist im Pallo-Projekt voll finanziert. Leider konnte das Auto wg. sehr schwierigen Ummelde – und Zollformalitäten noch nicht geliefert werden.

°°° Brunnen Keur Babacar Mbaye
Zur Erinnerung darf ich nochmals auf den Reisebericht vom Okt. 2015 verweisen. Leider konnte der Brunnen damals nicht seiner Bestimmung für „Adelgoß“ übergeben werden, da er noch nicht funktionsfähig war. – Für die bisherigen Arbeiten für den Brunnen haben wir bisher 1769 € an „Mbacke Faye“ aufgebracht. Bei mehrmaligen Besuchen während dieser Reise waren wir gemeinsam mit „Mbacke Faye“ der Auffassung, den Brunnen für die Bewässerung der bereits angelegten Gartenanlagen zu verwenden. Eine Pumpe, die bereits im Dorf liegt, wird provisorisch täglich mehrere Stunden in den Brunnen eingebracht, um zu prüfen, ob genügend Wasser nachläuft. Die Absenkung in 2 Stunden war minimal und bisher waren die Ergebnisse gut. Diese Prüfung soll auch während der Trockenzeit fortgesetzt werden, um sicherzustellen, dass der Wasserspiegel konstant bleibt. Sollte dies der Fall sein, könnte mittels eines kleinen Wasserturmes mit ca. 20 m3 die Gartenanlage bewässert werden. Die Dorfbevölkerung ist sehr interessiert und sehr fleißig, da wäre es auch angebracht zu helfen. Aber wir sollten vorerst abwarten, was die Ergebnisse zeigen. Das Dorf selbst ist an eine Fernwasserversorgung angeschlossen, das Wasser ist aber mit 400 CfA für die Gartenbewässerung zu teuer.

°°° Brunneneinweihung Keur Ndiack
Anlässlich des Geburtstages vor 2 Jahren von unseren langjährigen Mitgliedern „Reinhard und Hermine Denlöffel (zusammen 120 Jahre) wünschten sie sich anstatt Geschenke einen Beitrag für einen Brunnen im Senegal. Der Spatenstich erfolgte vor 2 Jahren durch Reinhard und Hermine persönlich.
Nun war es soweit. Ein kleines Dorf mit ca. 200 Einwohnern bereiteten uns einen großartigen Empfang mit Trommeln, tanzenden Frauen und singenden Dorfbewohnern. Überschwenglich die Dankesbekundungen an die beiden Spender. Ein fröhliches Fest gipfelte in dem Höhepunkt, daß die Spender eine Ziege als Gastgeschenk erhielten. Aber nun wohin damit ? Nach Wildpoldsried mitnehmen ? Unmöglich, geht nicht. - Doch Rahim, unser Projektleiter wurde dankbarer Abnehmer von der Ziege „Reini“ und er verpflichtete sich, der Ziege ein langes Leben zu garantieren ! - In sch allah !
Zu unserer großen Überraschung legte die fleißige Dorfgemeinschaft bereits einen ca. 2 ha großen Garten an, in dem Tomaten – Auberginen – Zwiebeln – Piments – Salate - und einiges mehr anpflanzten. Ein Teil zur Eigenversorgung, der Überschuß wird auf dem Markt verkauft und mit dem Erlös werden wieder notwendige Anschaffungen fürs Dorf gemacht. Ein Paradebeispiel funktionierender Dorfgemeinschaft. Dieses Beispiel sollte im ganzen Senegal Schule machen !
„Herzliche Dank Reinhard und Hermine“, ihr habt großartiges geleistet !

°°° Brunnenwunsch in Diourbel
Ein früherer und langjährige Begleiter und Wegweiser „Batij Diouf“ während der Zeit als Raphael Pfarrer in Diourbel tätig war, fragt an, ob wir für ein Dorf, ca. 5 km im Busch einen Brunnen für ein Dorf mit ca. 300 Dorfbewohnern finanzieren können. Das Dorf hat keinerlei Möglichkeit, selbst zu finanzieren. Sie müssen Wasser aus einem Nachbardorf holen. Angeblich haben wir vor ca. 15 Jahren schon mal einen Brunnen versprochen, „Frere Mathiew“ hat damals bereits in einer Tiefe von ca. 20 Meter Wasser festgestellt. Wir haben den Wunsch zur Kenntnis genommen und keine Zusage gemacht. – Wünschenswert wäre er aber !
Auch für eine Schule sollten wir einen Anbau machen und Schulmaterial liefern.

°°° Brunnenwunsch in Pout Diack
Wie bereits im Okt. 2015 (siehe auch Reisebericht Okt. 2015) widerholte Raphael seinen Wunsch für einen Brunnen für eine Gartenbewässerung. Dort ist er des öfteren als „Ersatzkaplan“ am Sonntag tätig.
Das Gelände umfasst ca. 1,5 ha. Lt. „Mbacke Faye“ ist Wasser bereits in einer Tiefe von 15 - 20 Metern und sehr ergiebig. Das Wasser könnte mittels einer Elektropumpe in 3 auf dem Boden stehende, noch zu bauende Wasserbehälter gepumpt und von Hand mit Gießkannen auf das Gelände verteilt werden. Ein Elektroanschluß von einem Nebengebäude ist möglich. Der Garten soll von einer Frauengruppe und von Jugendlichen betreut und betrieben werden. Jugendliche haben dadurch wieder eine Chance im Dorf bleiben zu können und nicht in die Städte abwandern zu müssen, wie das leider sehr oft der Fall ist. Neben dem Eigenbedarf soll Obst und Gemüse in die umliegenden Dörfer und nach Thiés verkauft werden, um die örtliche Infrastruktur zu verbessern. Das Dorf hat einschl. mehreren Nachbardörfern ca. 3000 Einwohner.

°°° Gartenanlage neben „Maison de Pretre“
Auch ein Wunsch von Raphael. Eine ehem. Gartenanlage von ca. 3-4 ha, mit einem alten Wasserturm ca. 50 m3 ist vorhanden. Die Anlage wird neu geführt von „Abbé André Mbenge“ der seit kurzem in Pension ist und sich nun zur Aufgabe gestellt hat, den Garten neu zu beleben und zu vergrößern. Der bestehende Wasserbrunnen hat nur eine Tiefe von 2 bis 3 Meter. Der Garten steht sozusagen direkt auf Wasser. Eine Elektropumpe mit Diesel-Stromaggregat könnte hier vorerst schnelle Hilfe schaffen, bevor man evt. den alten Wasserturm wieder saniert und in Betrieb nimmt. Es sind dort an die 20 jugendliche Gärtner vom „Seminaire Moyen“ bereits beschäftigt. Aus den Erträgen könnte eine Pumpe mit Dieselaggregat, sowie ca. 3 auf dem Boden stehenden Behältern selbst beschafft werden. Ich werde dies auch Raphael mitteilen.

°°° Bau einer CEM Schule in Baback
Auch ein Wunsch von Raphael, den er sicher an Heike an Ostern weitergeben wird. Eine derzeitige provisorische Schulklasse war eine frühere Krankenstation. Es handelt sich um eine Anfrage zum Neubau einer „CEM“ staatlichen Schule für über 400 Schüler, ca. 25 km südlich von Thiés.- 7 Lehrkräfte lehren bisher in völlig überfüllten Schulklassen. - 70 Schüler auf ca. 35 m2 – Die neue Schule soll 9 Klasszimmer mit Verwaltungsgebäude und WC-Anlagen bekommen. 7 umliegende kleine Dörfer sollen diese neue Schule belegen, welche bisher keine Möglichkeit eines Schulbesuches haben. Schulkinder müssen zum Teil ca. 5 km zur Schule laufen. Der Hauptort „Baback“ umfasst ca. 4000 Einwohner.

°°° Marl Lodij -- Frauendarlehen
Auf dem Weg zur Mangroveninsel Marl Lodij hatten wir mit Rahim einen Termin bei „Credit-Mutuel“ in Fimla wg. eines Credites an eine Frauengruppe aus dem Jahre 2013 in Höhe von 1500 € = 1,000.000 CfA. Die Rückzahlung des Credites wäre bereits voriges Jahr fällig gewesen.Nach der Überfahrt mit einer Piroge diskutierten wir mit „Soeur Madeleine“ der Leiterin des Kindergartens über die Situation der Frauengruppe, mit welcher wir tags darauf mit 8 Frauen ebenfalls ein Gespräch führten. Leider hatten die Frauen ein Defizit von „112 €“ erwirtschaftet, welches die Leiterin der Frauengruppe aus der eigenen Tasche bezahlen sollte. Nach längerer Diskussion erließen wir die 112 €, in der Hoffnung, dass künftig kein Defizit mehr entsteht. Die Vorsitzende „Angelique“ war darüber sehr froh – und wir auch – Ich hoffe, der Schuldenerlass von 112 Euro wird uns nicht gerade in den Ruin treiben ! - Im Kindergarten übergaben wir einen Fußball und einen Sack Reis mit 50 kg. Am Freitag ist Kinderspeise und da gibt’s dann den Reis. Auch die Kleinsten haben vor lauter Freude sofort angefangen zu tanzen. Das hat auch die „Stärksten“ von unserer Reisegruppe tief berührt.

°°° Eintreibungen von div. Beteiligungen
Leider haben einige Dörfer ihre Eigenbeteiligungen immer noch nicht bezahlt.
Von „Ndiefoune Parba“ aus dem Jahre 2010 vom Bau einer Schule fehlen immer noch 1500 €. Bei der Vorsprache beim Bürgermeister in Touba-Toul versprach dieser, der Sache schnellstens nachzugehen und die Summe Ende Jan „auf jeden Fall“ zu leisten ! Wir drohten auch eine Schließung einzelner Klassenzimmer an.
In „Mboussnakh“ fehlen ebenfalls immer noch 1150 € Eigenbeteiligung. Mit dem Dorfchef und Schulleiter wurde verhandelt und sie wollen ebenfalls die Schulden bis Ende Jan. begleichen. Andernfalls werden wir ebenfalls die Schließung von 2 Schulklassen anordnen. „In sch allah“.

Lt. Forderung des BMZ müssen künftig vor Antragstellung ans BMZ die Eigenbeteiligungen geleistet sein, vorher darf mit dem Bau nicht begonnen werden.
„Gouye – Ndiogou“ Das selbe Spiel wie vor. Es wurden 3000 € = 1.950.000 CfA für den Bau der Schulen im Jahr 2012 als Eigenbeteiligungen vereinbart. Bisher wurden die Hälfte von 1500 € geleistet. Es verbleiben noch 1500 €. Am letzten Tag unserer Reise übergaben „Assan Fall und Douda“ die beiden Organisatoren von Gouye-Ndiogou aus der eigenen Tasche nochmals 150.000 CfA = 230 €. Somit beläuft sich die Restforderung auf 1270 €. Den Betrag wollen sie bis zur nächsten Reise im Herbst aufbringen. Immerhin, der Wille war erkennbar !

°°° Aber es gab auch viele schöne und angenehme Situationen und Begegnungen mit Menschen auf den Dörfern während unserer 3-wöchigen Reise: Der neue Bischof Monsignore „André Gueye“ hatte am 6. Jan. seinen 49.Geburtstag, den wir mitfeiern durften. Die Einladung zu seinem 50. Geburtstag im nächsten Jahr mussten wir gleich zusagen. Vielleicht fällt es sogar mit der Wasserersorgung für Pallo, dem Heimatort des Bischofs zusammen.
Mit unserem Abbé Raphael durften wir am 15. Jan. in seinem Heimatort in Lalane seinen 71. Geburtstag feiern. Auch der Bischof gab ihm die Ehre und es wurde ein recht lustiger Abend. Wir freuen uns alle, dass Raphael wieder so munter und gesund wurde, nachdem er vor 4 Jahren bereits an der Himmelstür anklopfte, ihm aber der Zugang verwehrte, da er, so Raphael noch kein Visum zum Eintritt hatte: „ Ich habe scheinbar noch einiges auf Erden zu erledigen“ so Raphaels Worte

“Fazit der Reise

Trotz einer Vielzahl an Terminen und Besichtigungen waren es auch für unsere beiden Neulinge „Bianca und Lothar“ Momente, wo sie sagten: „Das gibt’s doch gar nicht, das hätten wir uns nie so vorstellen können“ Die Fröhlichkeit der Leute, die Herzlich - keit, dies alles entschädigte uns für mancherlei Entbehrungen, die man einfach akzeptieren mußte.

Der Baufortschritt in Pallo, unserem Wasserprojekt, für afrikanische Verhältnisse fast bedenklich, waren auch für uns alte Hasen wieder eine Erfahrung, mit der wir so nicht gerechnet haben. Besonderem Dank unserem Geologen „Holger Wilke“ der später angereist war, dafür aber länger blieb und mit Rahim viele Detaills in Sachen Pallo auf den Weg brachte.
Allen Mitreisenden nochmal ein Kompliment für die Disziplin, was bei einer größeren Reisegruppe nicht immer ganz einfach ist, wenn plötzlich der Tagesplan auf den Kopf gestellt wurde. Ihr Kommentar: Es isch halt so ! Vor allem beim abendlichen „Mensch ärgere dich nicht“ konnte sich jeder über jeden so schadenfroh freuen und von Herzen lachen, wenn es ihn wieder mal so richtig erwischte.
Euch allen herzlichen Dank, dass ihr dabei ward
Euer Teamleiter: Franz Bickel