Bewässerungsprojekte

Eine intelligente und einfache Art, wassersparend das ganze Jahr über Gemüse und Obst anzubauen, ist die Anwendung der Tropfbewässerungstechnik. Bei diesem Verfahren werden Schläuche auf dem zu bewirtschaftenden Boden ausgelegt, bei denen in regelmäßigen Abständen Auslässe angebracht sind, über die die benötigte Wassermenge tröpfchenweise an die Pflanzen abgegeben wird. Gespeist werden die Schläuche durch das Wasser aus einem Brunnen, das mittels einer solarbetriebenen Pumpe in einen Hochbehälter gepumpt wird. Der Behälter befindet sich in einer Höhe von 3 bis 5 Metern und hat in der Regel ein Fassungsvermögen von ca. 10 Kubikmetern.

Mit dieser Methode kann eine 80prozentige Wassereinsparung im Vergleich zur Bewässerung nach dem „Gießkannenprinzip“ erzielt werden. Der höhere Anschaffungspreis gegenüber anderen Systemen ist schnell kompensiert, da das Wasser ohne Verdunstungsverlust direkt an die Pflanzen abgegeben wird.

Der große Vorteil dieser Methode ist, dass die Felder das ganze Jahr über -auch während der Trockenzeit von November bis April- kostengünstig bewirtschaftet werden können.

Dadurch kann sich eine Dorfgemeinschaft selbst ernähren und darüber hinaus ihre überschüssigen Produkte auf dem Markt der nächstgelegenen Stadt verkaufen, um mit dem Erlös die Infrastruktur in ihrem Dorf zu verbessern.

Da Gemüseanbau in der Hauptsache „Frauenarbeit“ ist, sollen in Zukunft verstärkt Frauenprojekte unterstützt werden, die sich auf diesem Gebiet engagieren. Von Zeit zu Zeit lassen wir die Frauen von einem Experten in der fachgerechten Bearbeitung von Feldern unterweisen.

Im Jahr 2013 wurde in Gouye-Ndiogou eine Wasserversorgungsanlage für acht Dörfer in Betrieb genommen, an die auch eine Bewässerungsanlage angeschlossen ist. Ein ähnliches Projekt mit einer landwirtschaftlichen Fläche von zwei Hektar wurde im Januar 2017 in Pallo fertiggestellt.

Die Anlagen werden von einer technisch ausgebildeten Person überwacht und gewartet. Sollte ein Störfall vorliegen, ist es immer noch möglich, provisorisch Wasser von Hand aus dem Brunnen zu holen. Das zu bewässernde Gartenprojekt wird in einzelne Parzellen für die jeweiligen Familien aufgeteilt und mit Wasserzählern versehen, um die Wasserkosten genau abzurechnen. Das im Senegal so kostbare Wasser kann es nicht umsonst geben.

Die Kosten für ein Bewässerungsprojekt mit einem Hektar Anbaufläche betragen etwa 20.000 €.

Alles in allem tragen unsere Bewässerungsprojekte dazu bei, Arbeitsplätze und somit einen gewissen Wohlstand zu schaffen, der auch den jungen Menschen auf dem Land eine Zukunftsperspektive gibt und sie von der Abwanderung in die Hauptstadt oder gar von der Flucht nach Europa abhält.

 

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